PM: Für eine bessere S-Bahn!

Landtags-Grüne präsentieren gemeinsam mit Kommunalos entwickelten Forderungskatalog zur Münchner S-Bahn-Ausschreibung

 (30.7.2015/hla). Die S-Bahn in München soll nach dem Willen der Grünen Verkehrspolitiker im Raum München und des verkehrspolitischen Sprechers der Landtags-Grünen, Markus Ganserer, leistungsfähiger werden. Die anstehende Neuausschreibung des S-Bahn Netzes biete Gelegenheit, grundlegende Verbesserungen zu erzielen. „Diese Chance müssen wir ergreifen – gerade angesichts der Ungewissheit, ob das Prestigeprojekt ‚zweite Röhre‘ jemals realisiert wird“, so Markus Ganserer. Ein gemeinsam entwickelter Forderungskatalog* zur Ausschreibung soll hierbei helfen.

„Ich erwarte von der Staatsregierung, dass sie die Rahmenbedingungen so setzt, dass der künftige Betreiber nicht mehr Millionenbeträge aus dem rentablen System abschöpft, sondern sie in Qualität und Service investieren muss. Deshalb muss im Interesse eines echten Wettbewerbs bei den Ausschreibungen des Freistaates Chancengleichheit hergestellt werden“, fordert Markus Ganserer. Dazu müsse das Netz in Lose aufgeteilt werden und die Anzahl der Lose, die ein Unternehmen gewinnen kann, müsse limitiert werden. Für potenzielle Markteinsteiger sei ein Nettovertrag, bei dem das Erlösrisiko für die Fahrgeldeinnahmen vollständig beim Verkehrsunternehmen liegt, ein nicht kalkulierbares, Markteintrittshindernis. Die Grünen fordern daher einen Bruttoanreizvertrag.

Paul Bickelbacher, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen – rosa liste im Münchner Stadtrat, ergänzt: „Die S-Bahn ist das Rückgrat der Mobilität im Ballungsraum München. Um dem Bevölkerungsanstieg in den nächsten Jahren gerecht zu werden, muss das S-Bahn-System zuverlässiger und leistungsfähiger werden. Dafür braucht es einen engeren Takt, intelligentere Linienverknüpfungen, ein effektiveres Störfallmanagement und transparentere Fahrgastinformationen.“ Und Grünen-Kreisrat Dr. Markus Büchler, stellvertretender Sprecher seiner Fraktion, stellt fest: „Die meisten Fahrgäste pendeln aus dem Umland und sind damit Leidtragende des permanenten Chaos aus Verspätungen, Zugausfällen und überfüllten, schmutzigen Zügen. Nur wenn diese Ausschreibung Hand und Fuß hat, können für die rund 800.000 täglichen Fahrgäste in der S-Bahn München endlich die heiß ersehnten Verbesserungen – insbesondere der Pünktlichkeit  – wahr werden. Für uns im Umland wären vor allem durchgehende, pünktliche 10- bzw. 20-Minutentakte und längere Züge mit verbesserten Fahrradmitnahmemöglichkeiten wünschenswert.“

Der S-Bahn-Verkehr in München ist im zweiten Verkehrsdurchführungsvertrag zwischen Freistaat und der DB enthalten. Dieser bestehende Vertrag endet am 31. Dezember 2017. Die S-Bahn München befördert auf einem Netz von 434 Kilometern Länge jährlich 220 Millionen Fahrgäste. Derzeit fährt die S-Bahn München 20,1 Mio. Zugkilometer pro Jahr, bayernweit bestellt die Bayerische Eisenbahngesellschaft  gut 120 Mio. Zugkilometer. „Wenn das S-Bahn Netz München als Gesamtpaket ausgeschrieben würde, wäre vermutlich nur die DB in der Lage, diese umfangreiche Verkehrsleistung zu erbringen“, glaubt Markus Ganserer.

Forderungskatalog: 2015_07_30_S-Bahnausschreibung München

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