Kulturlandschafts-Vernichtungsprogramm

Pressemitteilung vom 30.10.2015

Kulturlandschafts – Vernichtungsprogramm:

Für landwirtschaftliches Kernwegenetz in Mittelfranken werden über 80 ha Boden betoniert

Nürnberg (30.10.2015). „Als “ein Kulturlandschaft-Vernichtungsprogramm ersten Ranges“ bezeichnet der Nürnberger Landtags-Grünen, Markus Ganserer, den geplanten Ausbau des landwirtschaftlichen Kernwegenetzes in Mittelfranken.

Wie in der vorliegenden Antwort zu einer schriftlichen Anfrage „Kernwegenetz in Mittelfranken“ erläutert wird, wird derzeit der Ausbau von Feldwegen generalstabsmäßig geplant. Einerseits sollen vorhandene Wege von 3,50 m auf 4,50 m verbreitert werden sowie andererseits Grünwege zu befestigten Wegen ausgebaut sprich asphaltiert werden. Allein im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und in Teilen des Landkreises Neustadt/Aisch sehen die Pläne einen Ausbau von 780 Kilometer vor. “Das würde eine Wegelänge von Weißenburg bis nach Flensburg an der Grenze zu Dänemark entsprechen“, gibt sich Ganserer fassungslos.
Allein in der Prioritätsstufe 1, befinden sich Projekte mit einem Kostenvolumen von 67,5 Millionen Euro, welche in den nächsten Jahren realisiert werden sollen. Die Gesamtinvestitionskosten für alle Maßnahmen werden auf 233,4 Millionen Euro beziffert. Finanziert werden soll der massive Flächenverbrauch über EU-Gelder, bayerische Staatsgelder und von den betreffenden Kommunen.

Markus Ganserer: „Ein derart intensiver Ausbau der Wege wird einer weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft Vorschub leisten. Sinnvoller und notwendiger wäre die Unterstützung regionaler Wertschöpfungsketten und Förderung von ökologischen Leistungen.“

Ganserer kritisiert zudem die mangelnde Beteiligung der Öffentlichkeit. An der Erarbeitung der Kernwegenetzkonzepte ist neben den Behörden zwar der Bauernverband mit am Tisch, die Umweltverbände bleiben aber außen vor. Derzeit werden lediglich mögliche Handlungsempfehlungen zur frühzeitigen Einbindung der Umweltverbände untersucht. “Eine transparente Planung sieht anders aus.“ gibt Ganserer zu bedenken.

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