Frankenschnellweg – UVP dringend notwendig

Neue Zahlen bestätigen deutlich höheren LKW Anteil

Pressemitteilung vom 7. Dezember 2015

Nürnberg (7.12.2015) – Wie aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Nürnberger Landtagsabgeordneten der GRÜNEN, Markus Ganserer, zu ersehen ist, werden laut Prognosen der Staatsregierung auf dem Frankenschnellweg täglich 7.750 LKWs an der Werderau vorbeidonnern und damit 3.300 mehr als von der Stadt Nürnberg zugegeben.
Die Verkehrsbelastung wird auf durchschnittlich 76.600 Fahrzeuge geschätzt, die täglich auf dem Frankenschnellweg in Richtung Innenstadt fahren. Für den Bereich Werderau ergibt sich damit eine Mehrbelastung gegenüber den bisherigen Angaben der Stadt Nürnberg um 2.600 Fahrzeugen.

Für Ganserer führt daher an einem neuen Verkehrsgutachten kein Weg vorbei. „Als Grundlage für die Berechnung der tatsächlichen Belastung muss ein aktuelles Gutachten auf den Tisch.“

Eine höhere Verkehrsbelastung führt unweigerlich auch zu höheren Belastungen mit Luftschadstoffen an den Tunnelausgängen. Für den Grünen Verkehrsexperten kommt erschwerend hinzu, dass spätestens seit der VW-Abgasaffäre es niemand mehr abstreiten kann, dass auch die neuen Dieselmotoren der Euro 5 und 6 weit mehr schädliche Abgase ausstoßen als sie dürften. Die von der Stadt Nürnberg angestellten Berechnungen zur Schadstoffbelastung haben aber dieses Problem trotz unserer Mahnungen schlichtweg ignoriert. „Diese Zahlentrickserei muss ein Ende haben. Eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist daher auch aus materiell-rechtlichen Gründen zwingend erforderlich.“, so Ganserer.

Die eklatanten Rechenfehler wurden zuletzt in einem von der Grünen Landtagsfraktion im Jahr 2013 in Auftrag gegeben Gutachten aufgedeckt. In der “Analyse und Bewertung der Schadstoffuntersuchungen von ACCON zum Frankenschnellweg“ kommt das beauftragte Planungsbüro RegioConsult zu dem Ergebnis:
„Es liegen trotz umfangreicher Minderungsmaßnahmen Überschreitungen in erheblichem Umfang für Stickstoffdioxid (NO2)und Feinstaub (PM 10) vor, sodass weiterer Optimierungsbedarf in der Immissionsschutzplanung besteht. Derzeit liegt keine genehmigungsfähige Planung vor.“

Hier kann die schriftliche Anfrage heruntergeladen werden.

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