Gräfenbergbahn – DB Netz muss gesamte Mängelliste abarbeiten

Pressemitteilung vom 18. Januar 2016:

Nürnberg (18.1.2016/mga). Massive Störungen und Zugausfälle auf der Strecke der Gräfenbergbahn sorgten im letzten Jahr mehrmals für Schlagzeilen. Ursache scheint das Stellwerk in Heroldsberg zu sein, welches zuletzt von der Ferne aus bedient wurde. Nach massiver Kritik ist das Stellwerk seit 1. Dezember wieder mit einem Mitarbeiter besetzt.

Die Antwort der Staatsregierung auf eine schriftliche Anfrage von Markus Ganserer, MdL, vom 6. November 2015 zu „Störungen und Zugausfälle auf der Strecke der Gräfenbergbahn“ zeigt nun das wahre Ausmaß der Mängelliste. In den vergangenen zwei Jahren lagen mehr als 160 Störungen vor. 2015 gingen 27 Störungen direkt vom Stellwerk aus. Darüber hinaus ist von zahlreichen „Störung an Gleisen“, „Elektronikfehler“, „Störung an Bahnübergängen“ oder „Weichen- und Signalstörung“ die Rede.“, so Markus Ganserer. Allein mit der Besetzung des Stellwerks Heroldsberg scheint es wohl nicht getan. Die jüngsten Störungsmeldungen vom 18. Dezember 2015, einmal vormittags und einmal nachmittags, bestärken Ganserer in seiner Einschätzung.

Manfred Bachmayer, Marktgemeinderat aus Eckental, bekräftigt: „Die Menschen, welche täglich die Gräfenbergbahn benutzen, erwarten Verbesserungen in naher Zukunft und möchten sich darauf verlassen können, dass der Zug auch fährt.“

Die Antwort der Staatsregierung zeigt aber auch, dass in den Jahren in 2014 und 2015 nur 2 % der 837.000 km Zugkilometer ausgefallenen sind. Für die Fahrgäste weitaus misslicher ist jedoch, dass 16% der ausgefallenen Leistung auch nicht durch Busse ersetzt wurden. Der Gräfenberger Stadtrat der GRÜNEN, Matthias Striebich, ergänzt daher: „Die geforderten Verbesserungen auf der Gräfenbergbahn sind dringend und notwendig. Genauso wichtig ist ein besseres Krisenmanagement bei Störfällen.“

Störfälle können immer mal wieder vorkommen. Dann müssen aber Notfallpläne greifen und schnellstmöglich ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.
Vor allem in den Zeiten zwischen 7 und 8 Uhr wie auch zwischen 13 und 14 Uhr wurden die Fahrgäste bei Störung mit hoher Wahrscheinlichkeit buchstäblich stehen gelassen, da laut Antwort „nahezu sämtliche Busse der Unternehmen im Schülerverkehr eingesetzt sind.

Hoffnungsvoll stimme, dass der Wirtschaftsausschuss am 26. November 2015 die Petition „Behebung der Störungen der Gräfenbergbahn“ eines Bürgers aus Eckental würdigte. Die Staatsregierung soll nun darauf hinwirken dass auch sämtliche Störungsursachen behoben werden und die Gräfenbergbahn zu einem geregelten Verkehr zurückkehren kann.

Download zur Antwort der schriftlichen Anfrage „Störungen und Zugausfälle auf der Strecke der Gräfenbergbahn“: 2015_12_30_Gräfenbergbahn

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